Szenenwechsel im
Kulturbahnhof kreuztal
Alles ist eins
Vorübergehend
neue Öffnungszeiten:

Montag - Freitag
6.30 - 10.30 Uhr und
14.30 Uhr - 18.30 Uhr

Aktuelle Ausstellung // Szenenwechsel 55

09.06.2022 bis 11.08.2022

Vera Becker

Alles ist eins

„Alles ist eins“ ist der Titel von Vera Beckers neuer Ausstellung zu den Elementen im Kulturbahnhof Kreuztal. Gerade heute, wo vor allem der Klimawandel die Elemente in größte Gefahr und nah an ihre Kipppunkte bringt, ist die Wahl eines solchen Themas nicht nur schwierig und brisant, sondern auch mutig.

Wie nicht anders zu erwarten, setzt Becker mit ruhig wirkenden, stillen Leinwänden, die durch nahezu monochrome Farbgebung und Materialität nah an der Natur bleiben, all den im öffentlichen Diskurs evozierten Horrorszenarien einen ruhigen Kontrapunkt entgegen, wobei gerade in dieser äußeren Unbeeindrucktheit der von ihr jeweils einzeln und abstrakt dargestellten Elemente deren Stärke liegt.

Becker setzt sich seit etwa 1995 mit der bildenden Kunst auseinander. Auffallend ist ihr sinnlich-handwerklicher Zugang, der sich aus einer tiefen Zuneigung zur und Achtung vor der Natur speist. Gesammeltes, Gräser, Pflanzen, Materialien wie Bambus, Seide oder Hanf, all das bildet die Grundlage für die Strukturen.

Pigmente und Gesteinsmehle wie z.B. Quarze, Kaolin, Kreiden, Schiefer - um nur einige zu nennen - verarbeitet sie zu wässrigen Lasuren, die, übereinandergeschichtet unter Einbindung von Schellack und Wachs, verbunden mit Papieren und dem Selbstgesammelten, nahezu dreidimensionale, reliefartige Strukturen und durch wie auch immer geartete Reaktionen miteinander eher zufällige Formen und Farben, auf jeden Fall etwas Neues entstehen lassen. Hin und wieder löst sie die Schichtungen umso wieder Vergangenes zu öffnen.

Durch eine letzte Überarbeitung der Leinwände kommt es so zu weich wirkenden, haptischen Oberflächen, wobei – je nach Lichteinfall - die Schichtungen immer wieder neue Formen und Farben hervorbringen.

Die abstrakte Darstellung ihres Gegenstandes gibt Vera Becker die Möglichkeit, Gefühle, unsichtbare Kräfte und spirituelle Energien auf expressive Weise auszudrücken. Der Betrachter ist gefragt, mit der jeweiligen Arbeit zu interagieren, um seinem persönlichen Zugang nachzuspüren.